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Die Historie der Fachgruppe Musik (Stand: 2012)

Fachgruppe Musik Logo farbig

a)      Vorläufer der Fachgruppe

Lange bevor es zur endgültigen Gründung unserer Fachgruppe Musik kam, machten sich verantwortungsbewusste Schützenbrüder Gedanken über den Zusammenschluss der Musikgruppen des Niedersächsischen Sportschützenverbandes, zum Zwecke der Zusammenarbeit der Züge untereinander und im Landesverband und vor allem auch wegen einer einheitlichen Notenausbildung.

So wurde am 2. Januar 1964 ein Sonder-Rundschreiben des Schützenverbandes Niedersachsen an die Vorsitzenden der Kreisschützenverbände verschickt. Hier bittet der unterzeichnende Vizepräsident Wilhelm PFINGSTEN darum, dem Landesverband geeignete Schützenbrüder zu benennen, die als Kreisspielmannszugleiter eingesetzt werden sollen. In verschiedenen KSV gab es diese - heute Kreismusikleiter genannten – Referenten usw. schon länger.

Nach Eingang der Meldungen wurden die Kreismusikleiter zu einer Besprechung nach Hannover eingeladen. Von dieser Sitzung existiert ein Protokoll, aber leider keine Teilnehmerliste. Allgemeiner Tenor der Wortbeiträge war: „Das ist eine gute Sache, aber der Landesverband und die Kreisschützenverbände müssen Führungsrollen übernehmen, da die Aufgabe sonst sicherlich nicht zu bewältigen sei.

Zu einer größeren Arbeitstagung sollte dann für den Herbst 1964 eingeladen werden. Darüber liegen mir leider keinerlei schriftliche Unterlagen vor. Es muss allerdings in der Folgezeit weitere Aktivitäten gegeben haben, denn 1967 wurde der Spielkamerad Heino ELLBERG aus Sarstedt als Referent für die Spielmannszüge des Schützenverbandes Niedersachsen eingesetzt. Heinz WENDT aus Braunschweig wurde sein Stellvertreter. Greifbare Erfolge zum Aufbau der Fachgruppe blieben aus, weil sich die Strukturen eben doch nicht ändern ließen. So wurde die gute Idee einen Zusammenschluss herbei zu führen schließlich wohl wieder aufgegeben. In der Liste des Präsidiums und des erweiterten Präsidiums vom Jahr 1969 ist das Referat Musik nicht mehr aufgeführt. Schriftliche Unterlagen über diesen Versuch die Musik auf Verbandsebene zu organisieren sind leider leider überhaupt nicht vorhanden.  

b)      Gründung im Jahre 1975 (Beweggründe, Ziele usw.)

Anlässlich der Gesamtvorstandssitzung am 20. November 1974 erklärte sich der 2. Vorsit-zende des KSV Celle Stadt und Land, Willi THEILE, bereit, die Aufgabe, den Zusammen-schluss aller Schützenspielmanns-, Fanfaren-, Hörner- und Musikzüge im Schützenver-band Niedersachsen durchzuführen. Mit dem Landesdelegiertentag im April 1975 in Altenau, begann dann der erfolgreiche Versuch des Aufbaus der Fachgruppe Musik im Niedersächsischen Sportschützenverband. Zum 1. Landesreferenten für Spielmannszüge und Musikangelegenheiten wurde Willi THEILE gewählt. Das „Referat Musik“ wurde in der Satzung des Landesverbandes verankert und der Referent gehörte dem Präsidium an.

Für den 17. Juni 1975 wurde zur ersten Arbeitstagung der Kreispielmannszugleiter in das Schützenhaus in Hannover-Wülfel eingeladen. Nach Aussage des Protokolls eröffnete der Landesgeschäftsführer Hermann KOCH die Sitzung und stellte den Versammlungsteil-nehmern den Landesreferenten vor.

Die Ziele des neuen Arbeitskreises der Schützenmusiker wurden festgelegt. Die Zusam-menarbeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl aller musiktreibenden Gruppen der Schützen standen ganz oben auf der Liste. Danach sollte die Ausbildung vereinheitlicht und allen Zügen zugänglich gemacht werden. Auch geeignetes Ausbildungsmaterial sollte beschafft werden. Auf dieser ersten Sitzung spielte die Musikschule des DTB in Altgandersheim schon eine Rolle. Dort sollten Lehrgangsplätze belegt werden. Kreismusiktreffen und Landesmusikfeste mit Wertungsmusizieren sollten geplant und durchgeführt werden, um den Leistungsstand der Züge überprüfen zu können. Wettstreite wurden schon 1975 nicht zu den Zielen gezählt, sondern vernünftigerweise strikt abgelehnt.

Unter TOP 4 der Tagesordnung wurde ein Landesspielausschuss gewählt. Diesem gehörten folgende Mitglieder an.

              Willi THEILE, Landesreferent, Celle
              Wolfgang GLEICHE, stv. Landesreferent, SZ Ahlten
              Günther EGGERS, Beisitzer für Spielmannszüge, SZ Oker
              Alfred PAPE, Beisitzer für Spielmannszüge, SZ Steinhude
              Alfred BOWIEN, Beisitzer für Spielmannszüge, SZ/FZ Kallenbrock
              Jürgen SÜLFLOW, Beisitzer für Hörnerzüge, HZ Buchholz
              Joachim PRELLWITZ, Beisitzer für Fanfarenzüge, FZ Meißendorf
              Wiegand KUSITZKY, Beisitzer für Musikzüge, Musikzug Abbensen
              Walter KAATZ, Protokollführer, Celle

Der Aufbau der Fachgruppe Musik begann mit sehr vielen Besuchen in unseren 40 Kreis-schützenverbänden, um den dort ansässigen Spielmanns-, Fanfaren- und Hörnerzügen die Ziele und Vorzüge der Zusammenarbeit im Niedersächsischen Sportschützenverband im Rahmen einer Fachgruppe aufzuzeigen.

Zum Jahresende 1975 gehörten bereits:

130 Spielmannszüge
29 Fanfarenzüge
2 Hörnerzüge
2 Musikzüge

der Fachgruppe Musik an. Ein sehr stolzes Ergebnis!                                                 

Es wurden auch schon Gruppen- und Klasseneinteilungen für die Wertung bei zukünftigen Musikfesten erarbeitet. Übereinstimmender Wunsch war nach Aussage aller beteiligten Spielkameraden – es waren nur Männer dabei - eine möglichst geringe Zahl von Spiel-klassen festzulegen. Das wurde auch so erreicht und gilt immer noch.

Ich persönlich weiß von dem ersten Jahr vieles auch nur aus schriftlichen Unterlagen und aus Gesprächen mit den Spielausschussmitgliedern, die von Anfang an dabei gewesen waren. Im September 1976, anlässlich einer Tagung in Torfhaus im Oberharz, wurde ich als Pressewart in den Spielausschuss gewählt und kann ab dem Zeitpunkt über die Entwicklung der Fachgruppe aus eigener Anschauung berichten.

Referent Willi THEILE und der Vorstand der Fachgruppe sahen seinerzeit einiges bei denen ab, die alles was auch wir erreichen wollten schon ein paar Jahrzehnte vorher begonnen hatten. Das Fachgebiet Musik im Deutschen Turnerbund, mit Wilhelm WATERMANN an der Spitze, war das Vorbild für unsere Fachgruppe. Natürlich haben wurde nicht alles nur kopiert, was dort an Strukturen vorhanden war, sondern wir wollten irgendwo auch noch als Schützen erkannt werden.

Im Laufe der Jahre festigte sich die Fachgruppe. Wir wurden Mitglied in verschiedenen Verbänden:
          Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BDMV)
          Landesmusikrat Niedersachsen

Die Bundesvereinigung mit Sitz in Stuttgart und ist in allen Fragen der Aus- und Fortbildung für uns zuständig. In ihren Gremien werden z.B. die Inhalte der Ausbildungslehrgänge D und C immer wieder überarbeitet und neu festgelegt. Sie schreibt Kompositionswettbewerbe aus und veranstaltet Bundesmusikfeste. Zu ihren Aufgaben gehört es auch die Rahmen-ordnung für Wertungsspiele den Mitgliedsverbänden an die Hand zu geben.

Sie ist als Dachverband unser Verhandlungspartner für Fragen die mit der Bundesregierung besprochen und geklärt werden müssen.

Der Landesmusikrat Niedersachsen ist Dachverband für alle möglichen musiktreibenden Verbände bei uns im Lande. Er ist hier in Teilen unser Verhandlungsführer der Landes-regierung gegenüber. Teilweise verhandeln und besprechen wir die Dinge mit diesen Institutionen aber auch selbst. Die Übungsleiterbezuschussung und die finanziellen Hilfen für Lehrgangsmaßnahmen sind Themen die vom Landesmusikrat erledigt werden.

c)      Lehrgangs- und Ausbildungswesen

Bereits 1976 wurden die ersten Lehrgänge angeboten. Vom 08.-11. Januar 1976 haben 38 Teilnehmer aus 12 Kreisschützenverbänden an einem A-Lehrgang (heute D1) in Altgan-dersheim teilgenommen. Das wurde dann stetig mehr. Ich erinnere an einen ausgeschrie-benen Lehrgang, zu dem 140 Musiker angemeldet wurden. Die Bundesmusikschule kann jedoch nur rd. 70 Plätze/Betten bereitstellen.

In Kreisschützenverbänden wurde Vorarbeit auf die D-Lehrgänge geleistet.

Waren zuerst nur wenige Züge an der Ausbildung in D-Lehrgängen usw. beteiligt, so kann man mit Stolz sagen von Jahr zu Jahr kamen neue hinzu.

Auch in den Kreisschützenverbänden wurden Lehrgänge nach den Vorgaben der Bundes-vereinigung durchgeführt. Im KSSV Neustadt fand 1985 der erste D1-Lehrgang mit Prüfung im Niedersächsischen Sportschützenverband statt. Fast 50 Musiker haben teilgenommen. Schon im Frühjahr 1986 wurden dann auch die ersten Lehrgänge in den KSV Achim und Uelzen durchgeführt. Lehrgänge oberhalb D1 finden grundsätzlich nur in Altgandersheim statt.

Für D1, D2- und D3-Lehrgänge haben wir feste Termine an der Bundesmusikschule in Altgandersheim. Weiterführende Lehrgänge C1, C2 und C3 sind Angebote der Schule an denen sich unsere Musiker rege beteiligen.

Weiterhin bieten wir D1-Vorbereitungslehrgänge in unseren Ausbildungsbezirken an. Registerlehrgänge für Trommler und Schlagzeuger sowie für Flötisten stehen ebenso auf dem Ausbildungsplan wie Ausbildung für Ausbilder. Wir haben Ausbildung für Hörnerzüge wie für Fanfarenzüge angeboten, die Resonanz war nicht so stark wie bei den Spiel-mannszügen. Zukünftig findet eine Ausbildungsreihe Registerlehrgänge für Hohes und tiefes Blech statt. Bei entsprechendem Bedarf werden auch Lehrgänge für Stabführer angeboten.

Zwischenzeitlich wurde ein Ausbilderstab für die verbandsinterne Lehrgangsarbeit mit rd. 35 Ausbildern aufgebaut. Diese durchweg noch sehr jungen Ausbilder sind Garanten für Fort-
führung der Arbeit.

d)      Landesmusikfeste

Als Werbe- und Öffentlichkeitsveranstaltung für das niedersächsische Schützenwesen und seine Musiker wurden die Landesmusikfeste geplant. Hier sollten sich im zweijährigen Rhythmus die Spielmanns-, Fanfaren-, Hörner- und Musikzüge treffen um ihren Ausbil-dungsstand von Wertungsrichtern überprüfen zu lassen. Zunächst fanden die Musikfeste nur an einem Tag statt. Der Vorabend wurde teilweise für andere Veranstaltungen genutzt. Erstmals beim 10. Landesmusikfest hieß dieser Abend Musikertreff und so war das dann auch. Ab Celle 1995 übernachten viele Musiker auch in den angebotenen Quartieren in Schulen usw. Seit dem Landesmusikfest1997 in Hankensbüttel sind auch die Massenquar-tiere wie Turnhallen vorbei. Unsere jungen Musiker haben sich so gezeigt, wie wir das erwarten. Alles wurde sauber und ordentlich hinterlassen. Darauf sind wir sehr stolz, können wir doch damit zeigen, dass auf unsere Jugend Verlass ist.

Eine vergleichsweise schwere Aufgabe haben unsere Wertungsrichter bei Landesmusik-festen. Sie sitzen stundenlang vor den Zügen und sollen vom ersten bis zum letzten eine gerechte Wertung abgeben. Darüber hinaus geben sie in den direkt nachfolgenden Wertungsgesprächen dem einen oder anderen Zug wertvolle Tipps zur Verbesserung der Ausbildung mit auf den Heimweg.

Sehr viele Freunde haben die „Kleinen Gruppen“ gefunden. Hier wird durchweg von 2, 3 oder 4 Musikern hervorragende Musik geboten. Von Musikfest zu Musikfest nehmen mehr Musiker in diesen Formationen teil. Diese Gruppen setzen sich aus Flötisten, aus Tromm-lern und Schlagzeugern oder einer gemischten Besetzung zusammen. 


In den Kritikspielen treten Spielzüge auf die meinen in der praktischen und theoretischen Ausbildung noch etwas tun zu müssen, bevor sie ihre musikalische Arbeit von den Wertungsrichtern benoten lassen.

Nachfolgend die bisherigen Landesmusikfeste des Niedersächsischen Sportschützen-verbandes.

1 Hannover-Wülfel 09.-10. September 1978 Sa: Festabend im Zelt in Wülfel
So: Wertungsspiele im Festzelt und draußen
2 Celle 08.-09. September 1979 Sa: 25 Jahre Jubiläum KSV Celle
So: Wertungsspiele sind ausgefallen, Regen
3 Visselhövede 12.-13. September 1981 Sa: Bunter Abend in einer Gaststätte
So: Wertungsspiele in einer Halle u. draußen
4 Sülfeld (Wolfsburg) 17.-18. September 1983 Sa: Festabend im Zelt
So: Wertungsspiele im Zelt und draußen
5 Baden (Achim) 14.-15. September 1985 Sa: Festabend im Zelt
So: Wertungsspiele Halle und Zelt
6 Berenbostel 23.-24. April 1988 Sa: Kommersabend im Zelt
So: Wertungsspiele in 2 Hallen
7 Obernkirchen 09.-10. September 1989 Sa: Festabend in der Liethhalle
So: Wertungsspiele in der Halle und im Zelt
      erstmals trat bei einem LMF der Landesspielmannszug auf
8 Rotenburg/W. 07.-08. September 1991 Sa: Regenwaldabend im Zelt
So: Wertungsspiele in 2 Hallen
9 Uelzen 11.-12. September 1993 Sa: Nur LSZ (Kreiskönigsball)
So: Wertungsspiele im Theater u. einer Halle
     erstmals Kritikspiele
10 Celle 09.-10. September 1995 Sa: 1. Musikerabend im Zelt
So: Wertungsspiele in Forum und Halle
      erstmals kleine Gruppen
11 Hankensbüttel 13.-14. September 1997 Sa: Musikerabend im Schützenhaus
So: Wertungsspiele in 2 Hallen u. der Schule
12 Seelze 11.-12. September 1999 Sa: Musikerabend in der Halle
So: Wertungsspiele in Forum und Halle
13 Salzgitter 20.-21. April 2002 Sa: Musikerabend in der Mehrzweckhalle
So: Wertungsspiele in der Halle  u. Schule
14 Hankensbüttel 13.-14. September 2003 Sa: Musikerabend im Schützenhaus
So: Wertungsspiele in 2 Hallen u. Schule
15 Hagenburg 10.-11. September 2005 Sa: Musikerabend in der Mehrzweckhalle
So: Wertungsspiele im Musikraum und Halle
16 Celle 09.-10. September 2007 Sa: 1. Musikerabend in einer Sporthalle
So: Wertungsspiele in Forum und Halle
17 Hankensbüttel 12.-13. September 2009 Sa: Musikerabend im Schützenhaus
So: Wertungsspiele 2 Hallen u. Schule

Bis zum 11. Landesmusikfest wurde von Ausrichter zu Ausrichter eine Plakette weiter gegeben. Diese sah nicht sehr überzeugend aus. Seit Seelze ist die Überreichung eine reine Freude. Spielmannszug und Schützengesellschaft Hankensbüttel sowie der Kreis-schützenverband Isenhagen-Wittingen haben eine wunderschöne und repräsentative geschnitzte Scheibe aus Eichenholz gestiftet. Ein großartiges Geschenk.

e) Landesspielmannszug

Im Sommer des Jahres 1988 besprachen Ausbildungsleiter Wilhelm REFKE und der neue Landesmusikleiter Bernd SCHÖNEBECK die Situation der Musik im Verband. Es sollte etwas völlig neues entstehen. Im Mitteilungsblatt berichteten wir von dem Plan einen Landesspielmannszug aufzubauen. Er sollte repräsentative Aufgaben für die Fachgruppe Musik bzw. den Niedersächsischen Sportschützenverband wahrnehmen. Ferner für die Weiterbildung von Ausbildern und die Unterstützung von qualifizierten Nachwuchskräften zur Verfügung stehen.

Der Landesspielmannszug ist im großen Flötensatz besetzt, d. h. Diskant-, Sopran-, Alt- und Tenorflöten, sowie Schlagzeug, kleine Trommel, Stabspiele und Percussion.

Es wurden folgende Register gebildet: Sopran I, Sopran II, Sopran III, Alt I, Alt II, Tenor und Schlagzeug (einschl. Stabspielen und Percussion).

Es wird angestrebt, im Schwierigkeitsgrad die Oberstufe zu erreichen. Mitglied im Landes-spielmannszug kann jeder Musiker des NSSV werden. Voraussetzung ist die erfolgreich bestandene D3-Prüfung zusätzlich ausreichend praktische Erfahrung auf dem jeweiligen Instrument.

Die Musikalische Leitung liegt in den Händen des Dirigenten des Landesspielmannszuges. Ihm stehen die entspr. Registerführer zur Seite. Ferner wird ein Stellvertreter vom LSZ gewählt.

Der LSZ trifft sich mindestens zweimal im Jahr zu einem Wochenendlehrgang. Dieser dient dazu, das musikalische Programm zu erarbeiten. Um den Leistungsstand zu halten, wird eine stetige Aufarbeitung des Repertoires in Eigenregie sowie Weiterbildung erwartet. Unregelmäßig wird ein Sichtungs- und Nachrückerlehrgang angeboten. Zuerst fanden diese Lehrgänge ab November 1988 in Schützenhäusern statt. Bald war jedoch eine Mitglieder-zahl erreicht, die dazu führte, das der Landesspielmannszug in der Steinhuder Schule fast heimisch wurde. Die dort vorhandenen idealen Voraussetzungen (Forum für Gesamtproben, Klassen- und Musikräume für die Registerarbeit und die Unterbringung sowie die vorhan-dene Schulküche waren dafür ausschlaggebend. Geschlafen wird übrigens nach wie vor auf mitgebrachten Liegen.

Als äußeres Erkennungszeichen und besondere Auszeichnung tragen die Mitglieder ein Verbandsabzeichen mit dem Aufdruck „Landesspielmannszug“.

Der erste Einsatz des Zuges war übrigens der Landesdelegiertentag 1989 in Einbeck. Alle, die dabei gewesen sind, haben noch immer sehr lebhafte Erinnerungen an diese Tage.
Weitere Auftritte hatte der Landesspielmannszug bei Delegiertentagen und Jubiläumsveranstaltungen.

Darüber hinaus gab es Auftritte bei den Landesmusikfesten, bei unseren Versammlungen, bei Feiern der Mitglieder wurde gespielt und es gab während einiger Lehrgangsphasen sehr gut besuchte Konzerte und der Landesspielmannszug spielte auch bei den Kreiskönigsbällen in Braunschweig und in Uelzen.

2006 hat der Landeszug am 3. Wettbewerb für Auswahlorchester der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände teilgenommen. Im Wertungsspiel erreichte der Landesspiel-mannszug den 2. Platz. Im November 2010 wurde in Bamberg dieser Erfolg beim 4. Wett-bewerb wiederholt. Wir sehr stolz wieder gen Norden gefahren. Es hat auch viel Freude bereitet anderen Zügen und Musiksparten zuzuhören. Ein besonderes Erlebnis waren die jeweiligen Abendveranstaltungen mit der Bekanntgabe der Platzierungen in Trossingen und auch in Bamberg. Beim 5. Wettbewerb sind wir wieder dabei – dann nach der 2011 erfolgten Änderung der Stimmung mit Böhmflöten.

Wir Schützenmusiker gehören einem großen Sportverband an. Wir wissen aber auch, dass unser Schützenbund ein Verband mit starken alten Traditionen ist. Die Musik ist ein guter Teil davon. Wir haben darum allen Grund hier selbstbewusst im Schützenwesen tätig zu sein.

Der älteste noch existierende Schützenspielmannszug wurde 1881in Kirchlinteln gegründet und spielt heute noch immer. Vor einigen Jahren wurde ihm die Plakette des Bundespräsidenten verliehen. Auch darauf sind wir sehr stolz.

Wir bringen über die Spielmannszüge sehr viele Jugendliche und Kinder in unsere Vereine, Kinder, die im ungünstigsten Fall evtl. da hingehen, wo wir sie unbedingt fernhalten müssen.

Und nicht vergessen die Musiker sind das fröhliche und bunte Aushängeschild des Niedersächsischen Sportschützenverbandes. Mit gleichem Fleiß und mit gleicher Freude und Aktivität an der musikalischen Arbeit wird und muss das auch so bleiben.

(Quelle: Bernd Schönebeck, ehem. Landesmusikleiter, Stand der Historie: 2012)

   
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